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Lichtbetont Magazin – Eine kluge Tischordnung für die Feier

Wo ich als Hochzeitsfotograf bei eurer Feier gern platziert wäre, habe ich euch ja schon in einem früheren Beitrag verraten. Nun gehe ich davon aus, dass außer mir noch ein paar andere Leute kommen werden. Wenn nicht, kann ich mich bei den Fotos mehr auf euch als die Hauptpersonen konzentrieren, aber auf die Dauer wird das vielleicht ein wenig einsam. Deshalb hier ein paar Tipps zur Anordnung der Tische und der Sitzordnung, falls ihr weitere Gäste erwartet :).

T, E, U … viele Möglichkeiten für die Tischordnung

Bei den vielen Hochzeiten, die ich miterleben durfte, habe ich praktische und unpraktische Positionierungen der Tische erlebt. Klar, bei einer großen Zahl von Gästen kann nicht jeder mit jedem sprechen, ohne durch den Saal zu schreien, sein Mobiltelefon zu benutzen oder seinen Platz auch mal zu verlassen. Aber auch darauf kann man die Tischordnung auslegen.

Informiert euch bitte schon bei der Auswahl der Location über die vorhandenen Tische und die Möglichkeit, ihre Anordnung zu verändern. Es wäre schade, wenn ihr euch viel Mühe mit der Planung einer Tafel in T- oder E-Form macht und danach feststellt, dass es nur runde Tische gibt oder die Tische fest im Boden verschraubt sind. Die Anordnung als T oder E ist übrigens für kleine und mittelgroße Gesellschaften sehr praktisch, denn ihr könnt Gäste, die sich viel zu erzählen haben, sehr gut nebeneinander und auch gegenüber platzieren. Euer Platz als Brautpaar ist fest definiert – jeweils am Kopftisch in der Mitte.

Ein U finde ich persönlich nicht ganz so schön, weil ihr dort am Kopf ziemlich allein seid. Aus Fotografensicht hat es natürlich seine Vorteile, vor allem, wenn Sitzplätze nur an der Außenseite sind. Dann muss ich nämlich keine Hinterköpfe aufnehmen. Falls ihr einen geschlossenen Kreis oder ein geschlossenes Rechteck plant, lasst bitte irgendwo einen Durchgang. Das ist nicht nur für das Servicepersonal zum Servieren und Abräumen praktisch – ich würde auch den Weg nach innen nutzen für ein paar Fotos.

Je größer die Personenzahl wird, desto eher würde ich zu einzelnen Tischen statt einer Komplettanordnung raten. Das erleichtert das Bewegen zwischen den verschiedenen Gästegruppen, um auch mal mit anderen Leuten ins Gespräch zu kommen. Schön finde ich beispielsweise eine Tafel für euch mit euren Trauzeugen und Eltern plus mehrere runde Tische, die als Satelliten im Raum verteilt sind.

Freie Platzwahl bedeutet Chaos

Das kennt ihr sicher vom Konzert: „Freie Platzwahl“ klingt super, führt aber zu einem unwürdigen Run auf die besten Plätze, und nachher sitzt man doch neben Leuten, deren Gesellschaft man lieber vermieden hätte. Ich rate also dringend zu einer festen Sitzordnung. Zugegeben, das ist ein Geduldsspiel, und bei kurzfristigen Absagen müsst ihr die Lücken ganz spontan schließen. Aber es ist einfach schade, wenn zum Beispiel Arbeitskollegen zwischen Verwandten sitzen und weder Tischnachbarn noch Gegenüber kennen.

Planung vom Brauttisch ausgehend

Platziert zuerst die Leute am Brauttisch: Direkt neben euch sitzen meist die Trauzeugen mit Partnern, alternativ die Eltern. Den Rest der Gäste teilt ihr gedanklich in Gruppen ein: eure persönlichen VIPs, nahe und ferne Verwandte der Braut bzw. des Bräutigams, Freunde, Kollegen. Die Aufzählung ist bereits grob nach zunehmender Entfernung vom Brauttisch sortiert. Eventuell ist ein besonderer Kindertisch sinnvoll – der ist etwas niedriger, und die Kleinen müssen auch nicht die ganze Zeit den langweiligen Erwachsenengesprächen lauschen. Vielleicht liegen da Malbücher und ein paar Stifte, oder der Tisch ist nahe am Ausgang Richtung Spielplatz.

Ein wenig trickreich wird die Planung bei Patchwork-Familien. Frisch Getrennte sollte man nicht zueinander setzen. Hat einer einen neuen Partner, wird der mit eingeladen und entsprechend platziert, auch wenn es dem oder der Ex nicht passt. Und wenn sie oder er neuer Single ist, setzt sie oder ihn einfach in eure Nähe oder zu anderen Freunden, die nicht gerade zur „Gegenpartei“ gehören. Vielleicht habt ihr ja einen Single-Tisch, das verschafft mir Folgeaufträge.

Tut euch selbst den Gefallen und diskutiert die Tischordnung mit niemandem. Viele Köche verderben bekanntlich die Köchin (und wohl auch den Brei). Achtet einfach nur darauf, dass jeder einen ordentlichen Platz hat, ohne störende Tischbeine und auch nicht hinter einer Säule. Vielleicht habt ihr jemanden, der fit am Computer ist und euch schöne Tischkärtchen bastelt. Bei sehr großen Hochzeiten ist auch eine Übersicht zur Tischordnung am Eingang praktisch, oder euer Hochzeitslader übernimmt die Funktion des Platzanweisers.

Ach ja, und vergesst jetzt nicht den Platz für mich und meine Ausrüstung –am Rand, damit ich beim Aufstehen nicht störe, aber zentral genug, damit ich alles mitbekomme. Und gern auch nahe am Buffet, wenn ihr mich dazu einladen möchtet.

Vielen Dank sagt
euer Markus

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